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VORTRAG: ALS TEXAS NOCH IM ERZGEBIRGE LAG



Am 4. Juni 2019, um 19:00 Uhr können sich Interessenten auf einen unterhaltsamen Vortrag über die Zeit des Wismutbergbaus im Erzgebirge freuen. Dieser findet im Kurhotel Bad Schlema, Markus-Semmler-Str. 73 statt.

Die ersten Jahre des Uranerzbergbaus im Westerzgebirge werden umgangssprachlich oft als die „Wilden Jahre“ bezeichnet.
Die Wahrnehmung dieser Bergbauperiode ist sehr gegensätzlich. Für die einen war die schwere Arbeit im Schacht eine der wenigen Möglichkeiten, nach dem Krieg wieder einer geregelten und gut bezahlten Arbeit nachzugehen. Das betraf vor allem viele Vertriebene und Heimatlose. Andererseits waren da die Einheimischen, welche die Folgen des neuen „Berggeschreis“ zu tragen hatten.
Viele der zwangsverpflichteten und auch der freiwilligen Bergarbeiter waren durch Krieg und Mangelversorgung körperlich und psychisch angeschlagen.
In den Kommunen des Westerzgebirges brachen soziale Strukturen wegen des massenhaften Zustroms von Bergleuten zusammen. Der Bergarbeitertransport zu den Arbeitsorten stellte die Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn vor fast unlösbare Probleme und die örtlichen Ordnungskräfte waren überfordert.
Und trotz dieser und zahlreicher anderer Probleme wird diese Zeit fast schwärmerisch als „Wilde Wismutjahre“ bezeichnet. Eine Zeit, in welcher Löhne in unvorstellbarer Höhe gezahlt worden seien. Eine Zeit, in welcher Schnaps in Strömen geflossen und Frauen nackt auf Tischen getanzt haben sollen. Andererseits soll es wie in einem sowjetischen GULAG (Strafgefangenenlager) zugegangen sein, in dem die Besatzungsmacht mit eiserner Faust regierte.

Im Vortrag wird versucht, ein realistisches Bild jener Zeit zu zeichnen.
Der Eintritt ist frei.
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