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PRIEßNITZHEIM

110 Jahre Prießnitzheim
Es begann vor 110 Jahren mit einer Bretterbude
Von Stadtchronist Heinz Poller
Um 1890 war in Aue der industrielle Aufschwung unter anderem auch an den qualmenden Fabrikschornsteinen und der staubigen Stadtluft zu erkennen. Man sehnte sich nach Licht und sauberer Luft. Um diesen Missstand zu mildern, wurde auf dem Territorium von Aue am 28.3.1886 im Restaurant Rehm (später Germania) in der Auer Neustadt der erste Naturheilverein gegründet und erhielt den Namen: " Verein für naturgemäße Gesundheitspflege und arzneilose Heilkunde für Aue und Umgebung".
Als Vorbild nahm man sich die Gesundheitsempfehlungen von Sebastian Anton Kneipp und Vincenz Prießnitz zu Herzen. Licht, Luft, Wasser, Bewegung, Ruhe, vernünftiges Essen, zweckmäßige Kleidung waren die wichtigsten Mittel, um sich gesund zu halten.
In den Jahren 1904/05 trafen sich mutige Männer, um auf dem Gelände am Hirschknochen, das teilweise noch bewaldet war, und wo die Felder vom Zeller Gutsbesitzer Günther bewirtschaftet wurden, eine Anlage für ein Luft–Sonnenbad zu errichten. Das Lichtheilverfahren wurde wie folgt angewendet: Es soll der Patient seinen völlig entblößten Körper zuerst dem freien Sonnenlicht eine Zeitlang aussetzen und nachdem reichlich viel Schweiß fließt, ein Wasserbad oder eine Dusche nehmen. Ein Dampf-Schwitz-Apparat kostete pro Tag 5 Pfennige. Eine Sitzbadewanne pro Tag 3 Pfennige. Der Naturheilverein wurde nach Vincenz Prießnitz benannt.

Am 6. März 1906 wurde der erste Spatenstich getätigt und am 22.Juli 1906 erfolgte die Einweihung der ersten neu angelegten Gärten. Das Gelände der ersten Anlage begann gegenüber dem Krankenhauseingang an der Gartenstraße. Ein Jahr später 1907, also vor 110 Jahren, wurde eine Bretterbude zum Ausschank von Getränken, aufgestellt. Am 29.Juli1908 zählte man ca. 120 Gärten und über 500 Mitglieder, so dass die Vergrößerung der Anlage dringend nötig war. Nun zog sich die Gartenanlage bis zum 1909 eingeweihten Unterkunftshaus mit Kegelbahn und 1923 bis an den Waldrand, hin. Viele werden sich an die einst so beliebte Gaststätte „Prießnitzheim“ erinnern, die nicht nur zu den Gartenfesten gut besucht wurde. Was vor 110 Jahren als Bretterbude begann, wird nun von der Familie Burghardt Mögling in liebevoller „Feierabendtätigkeit“ wieder instandgesetzt. Wenn das Gebäude reden könnte, würde man viel erfahren was es alles nach dem Krieg beherbergte.
1943 wurde es Hilfskrankenhaus, nach 1945 dient es als Wohnraum für Krankenschwestern und 1951 wurde es als Internat für die 10-Jahres-Schule oder für Bauingenieurschüler der Bau–Union vorgesehen. Erst 1957 konnte man es wieder zur alten Nutzung umbauen und 1964 als Gaststätte mit 50 Plätzen und einem Saal mit 80 Plätzen eröffnen.1973 im Mai brannte das Gartenheim Prießnitz zu fast 50% ab. Der Wiederaufbau mit einer Bühne im Saal dauerte bis zum Oktober 1976. Diese beliebte Gaststätte wurde nicht nur von den Kleingärtnern genutzt und erfreute bis zur Wende durch ihre wunderschönen Lage und Aussicht die Auer Einwohnerschaft.
Mit der Wende kam der schleichende Verfall der Bausubstanz. Nach 1989 scheiterten verschiedene Pächter wegen Geldmangel und fehlenden Gästen. Nach einem letzten Versuch der Wiedereröffnung von 1998 bis Dezember 1999 stand das Gebäude ab 2001 zum Verkauf.
Ein Hoffnungsfunke einer eventuellen Wiedereröffnung kam mit dem Kauf des Gebäudes durch Burghardt Mögling, der eine Kfz – Werkstatt auf dem Zeller Berg betreibt. Erst in den letzten Jahren erkennt man durch den gründlichen Um – und Ausbauarbeiten am Gebäude und Umfeld, dass der neue Besitzer dieses Kleinod der Auer Einwohnerschaft erhalten will. Es entsteht keine öffentliche Gaststätte, aber der inzwischen völlig neu ausgebauten und renovierten Saal mit einer späteren geplanten kleinen Küche wird zur Vermietung bei Festen und Feiern angeboten. Die Familie Mögling freut sich, wenn es weiterhin so gut wie jetzt angenommen wird. Was vor 110 Jahren mit einer Bretterbude begann soll mit mit Liebe zum Detail in dem rekonstruierten „Prießnitzheim“ fortgesetzt werden.
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