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ZUM LEBEN UND WERK VON DR. SIEGFRIED SIEBER ANLÄSSLICH SEINES 40. TODESTAGES



Am 18. Juli jährt sich der Todestag von Siegfried Sieber, einem bedeutenden Lokalhistoriker unserer Region und Gründervater des Stadtmuseums Aue zum 40. Mal.

Siegfried Sieber war ein „Zugezogener“, geboren wurde er 1885 in Oschatz. Vielleicht gerade weil er nicht aus Aue stammte, machte er sich um die äußerst interessante Historie der Stadt und des gesamten Erzgebirges so verdient.
Als Schüler besuchte er das Kreuzgymnasium in Dresden und war Mitglied im Kreuzchor. Weiter führte ihn sein Lebensweg nach Leipzig, wo er 1907 ein Studium der Geschichte, Geografie und Germanistik aufnahm. Während seiner Studienzeit verbrachte Sieber 2 Semester in München. Zurück in Leipzig promovierte Sieber im Jahr 1910 bei Karl Lamprecht.
Seine nächste Station - Aue, sollte für ihn der Ort seiner beruflichen Erfüllung werden. Ein Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm Sieber eine Stelle an der Auer Oberrealschule an. Dieser Lehrtätigkeit blieb er bis zu seiner Entlassung 1946, neben dem Aufbau des Museums und dem Verfassen zahlreicher Publikationen treu.
Unterbrochen wurde seine überaus produktive Zeit in Aue durch den Militärdienst im Ersten Weltkrieg, doch selbst in dieser Zeit blieb er nicht untätig und verfasste 1915 einen Bericht über den Karpatenfeldzug, der in der Kriegschronik der Stadt Aue veröffentlicht wurde. Diesen Bericht können interessierte Besucher im Stadtmuseum Aue einsehen.
Nach der Rückkehr aus dem Krieg beschäftigte sich Sieber nun intensiv mit der Erforschung unserer Region. Zu dieser Erforschung gehörte für ihn nicht nur die Veröffentlichung zahlreicher Artikel und Abhandlungen sondern ebenso der Aufbau eines Museums. In mühevoller, zeitraubender und akribischer Art und Weise legte Sieber zunächst den Grundstein dafür, in dem er seine Sammlungstätigkeit begann. Gemeinsam mit weiteren Auer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter auch die Gattin des Bürgermeisters Hofmann, gründete Sieber Anfang der 1920er Jahre den Auer Museumsverein. Sieber selbst hinterließ auch aus dieser Anfangszeit Aufzeichnungen: „Im Herbst 1922 hat die Sammeltätigkeit für ein Auer Museum begonnen, nachdem als Träger des Museumsgedankens der Museumsverein gegründet worden war, der noch heute weiterwirkt und tatkräftige und geldliche Unterstützung aus Kreisen der gesamten Bevölkerung erbittet. Zur 750-Jahrfeier von Aue im Mai 1923 konnte er mit einer großen Heimatschau hervortreten, die größten Beifall fand und einen stattlichen Grundstock von Museumsgegenständen im Besitz des Vereins ließ.“
Man kann die Verdienste während dieser Zeit, die von politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die schließlich in den verheerenden Zweiten Weltkrieg mündeten, nicht hoch genug schätzen. Zumal Raum- und Geldmangel die museale Arbeit bereits in den Anfangsjahren begleiteten. Unter der Federführung von Siegfried Sieber wurde das Putzritzbild des Klösterleins Zelle vor der kompletten Zerstörung durch Umwelt- und Witterungseinflüsse bewahrt.
Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, näher auf seine Werke, Bücher und Artikel einzugehen, die sich überwiegend mit der lokalen Volkskunde, Aspekten der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und kulturgeschichtlichen Thematiken befassen. Genannt werden soll, da für die Stadt Aue besonders wichtig, an dieser Stelle nur die Festschrift zur 750-Jahrfeier der Stadt Aue, die Siegfried Sieber herausgab und selbst mit Beiträgen bereicherte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann auch für Sieber eine Zeit voller Umwälzungen und Entbehrungen. Wegen angeblicher Nähe zum NS-Regime verlor er seine Anstellung im Schuldienst und seine Stelle als Museumsleiter. Trotz dieser Einschnitte in sein Leben publizierte er weiter und machte sich um die Erforschung der Vergangenheit verdient. Zu seinem 80. Geburtstag verlieh ihm die Berliner Akademie der Wissenschaften die Leibniz-Medaille. Aue bedachte ihn im Jahr 1973 mit der Ehrenbürgerwürde, auch ein Ehrenmal im Stadtpark auf dem unteren Heidelsberg würdigt das Schaffen Dr. Siegfried Siebers. Am 18. Juli 1977 endete das überaus produktive und erfüllte Leben des „zugezogenen“ Begründers des Auer Museums, Forschers, Lehrers, Historikers und Schriftstellers Dr. Siegfried Sieber. Seiner Werke und Verdienste werden auch künftigen Generationen Einblicke in die Vergangenheit gewähren.

Bildtitel: Schriftsteller und Heimatforscher Dr. Siegfried Sieber, Der Gründer des Auer-Museums
Künstler: Ernst Hecker (24.4.1954)
Original: Stadtmuseum Aue
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