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Vestenburger oder Irrgänger Stolln - Historie

 
Der Vestenburger Stollen

Zur Gesamtanlage gehörten der Obere Vestenburger oder Irrgänger Stolln, der Tiefe Vestenburger Stolln und der Christianus - Erbstolln, die 1766 auf dem Grund- und Saigerriß des Markscheiders Johann Gottfried Möckel dargestellt wurden. 1661 wurde die Segen Gottes Fundgrube verliehen, zu welcher 1668 noch die Vestenburg kam. Aber erst 1672 wurde auf Segen Gottes der erste Anbruch gemacht. In diesem Jahr ließ man sich auch den (oberen) Vestenburger Stolln verleihen, welcher ca. 80 m vorgetrieben wurde. Da hier kein Zinnerz auffindbar war, hat man den Stolln eingestellt und in Fristen gehalten.

Erst 1702 wurde der Vestenburger Stolln vom Segen Gottes weitergetrieben. Zweck des Vortriebes war die Wasserlösung der tiefen Abbaue der Irrgang Fundgrube. Nach ca. 114 m weiteren Vortrieb wurde 1706 der Irrgänger Flügel begonnen. 1708 erfolgte der Durchschlag in die bereits verbrochenen Abbaue vom Irrgang und 1710 in das Tiefste der Grube. Ständig gab es Streit zwischen Segen Gottes und Irrgang wegen dem Stollenneunten . Es handelt sich hierbei um den 10. Teil des Zwitters (Zinnerz), welches der Irrgang nun abgeben mußte. 1714 einigte man sich mit der einmaligen Abgabe von 2 Zentnern Zinn.

Der weitere Vortrieb des Flügelortes wurde nun vom Irrgang bewerkstelligt, der den Stolln auch als Transportweg für das abgebaute Erz nutzte. Für den Segen Gottes, dessen Abbaue ebenfalls bald unter dem Vestenburger Stolln lagen, wurde die Anlage des Tiefen Vestenburger Stolln notwendig. Der Anschlag des Tiefen Vestenburger Stollns erfolgte bereits 1665. Die Auffahrung fand vordergründig statt, um die Zinnzwitter dieses Horizontes abzubauen, und zum anderen schuf man damit, in Verbindung mit der durchschlägigen Steigortauffahrung, die dem Erzfall folgte, eine natürliche Wetterführung sowie einen zweiten Fluchtweg. 1707 wurde der Christianus - Erbstolln aufgefahren, der reiche Erzausbeute brachte. Nach einer Unterbrechung wurde 1744 der Betrieb in diesem wieder aufgenommen. Zugleich diente er der Entwässerung des dreisohligen Grubenbereiches. 1751 erreichte man die Abbaue. Bis 1765 wurde dieser Stolln und auch der Abbau von Zinnerz weiter betrieben.

10 Jahre später hat man den Stollen wieder in Betrieb genommen und bis kurz nach 1800, wenn auch nur noch wenig, Abbau betrieben. Die letzte Verleihung des Christianus Stolln erfolgte 1804. Mit der Aufgabe des Trau und bau auf Gott Stolln endete 1834 der Auer Zinnbergbau.

Die Grubenwässer des Vestenburger oder Irrgänger Stollns wurde auch im Umfeld der Grube genutzt. So befindet sich ein Brunnenhäuschen an der Bergfreiheit, dessen Wasser seit 300 Jahren fließt und in Verbindung mit diesen Grubenwässern steht. Einer Überlieferung von 1796 zufolge, erhielt auch ein Haus in der Bucker Gass (heute Bockauer Gasse 9) das Recht, die Wässer des Vestenburger Stollns zu nutzen. Der Abbau im Vestenburger oder Irrgänger Stolln wurde nachweislich bis zum Jahre 1794 betrieben. Das Mundloch des oberen Stollens war noch um die Jahrhundertwende offen. Der Ansatzpunkt des tiefen Stollens blieb bis 1989 erhalten. Bereits seit 1890 ist das Mundloch des Christianus - Erbstollns verbrochen und mit ca. 4 m Bergmassen überlagert.

Die Mitglieder des Vereines Historischer Bergbau Aue e.V. schufen gemeinsam mit ABM Kräften durch zeitaufwendige, fleißige und unermüdliche Arbeit dieses Denkmal des Auer Altbergbaues. Sie betrachten sich als Organisator und Träger der bergbau- historischen Bestandsaufnahme. Voller Heimatliebe und Fachwissen engagieren sie sich für die Erhaltung der Sachzeugen unserer lokalen bergbaulichen Vergangenheit.
Der Vestenburger Stolln trägt den Status eines Besucherbergwerkes.

Bliebe zu wünschen, daß die Bergbauschauanlage Vestenburger oder Irrgänger Stolln für Touristen und Einheimische zukünftig stets ein wissensvermittelnder Erlebnisbereich ist und dieses bergbauhistorische Kleinod nachfolgenden Generationen erhalten bleibt, um von der Arbeit und Technik des Bergmannes im Erzgebirge früherer Zeit zu zeugen.

 
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